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Die Atherosklerose ist eine
Systemerkrankung der Arterien, die sich langsam entwickelt und häufig
über Jahre oder Jahrzehnte symptomlos verläuft. Irgendwann kommt es dann zur klinischen Manifestation, d.h. zum Auftreten kardiovaskulärer Erkrankungen wie KHK, Herzinfarkt, Schlaganfälle oder periphere arterielle Verschlusskrankheit. |
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| Die Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind nach wie vor Todesursache Nummer eins in den westlichen Ländern. Die Atherosklerose entwickelt sich in Phasen: Zu Beginn steht die endotheliale Dysfunktion ganz im Vordergrund. Es sind zahlreiche Faktoren bekannt, die zur Entstehung einer endothelialen Dysfunktion beitragen: erhöhtes LDL-Cholesterin, niedriges HDL-Cholesterin, erhöhte Triglyceride, oxLDL, arterielle Hypertonie, erhöhtes CRP, erhöhte Glukose, erhöhtes Homocystein und Fibrinogen, Hyperinsulinismus, niedrige Spiegel der Vitamine D und K etc. | |||
Kennzeichnend für die
endotheliale Dysfunktion ist eine verminderte Verfügbarkeit von
Stickstoffmonoxid (NO), die durch eine reduzierte NO-Bildung und eine
verstärkte NO-Inaktivierung zustande kommt. Verschiedene Risikofaktoren der
Atherosklerose sind durch eine Veränderung des Lebensstils beeinflussbar,
z.B. Rauchen, Bewegungsmangel, Übergewicht. Von großer Bedeutung ist auch
der Ernährungsstil. Die bei uns übliche Western-Diet mit einem hohen Anteil
an gesättigten Fettsäuren, Fleisch und Fleischprodukten, an Zucker und
Weißmehlprodukten fördert eindeutig die Entstehung von
Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die orthomolekulare Therapie kann zur
Vermeidung einer Atheroskleroseentwicklung einen wichtigen Beitrag leisten.
Dabei haben die Mikronährstoffe verschiedene Ansatzpunkte: Verbesserung der
NO-Verfügbarkeit und der vaskulären antioxidativen Kapazität sowie
Reduzierung des oxidativen Stresses, Entzündungshemmung, Cholesterinsenkung,
Homocysteinabbau und Verminderung von Lipoprotein(a) und der
Thrombozytenaggregation.
Arginin
Arginin ist die Vorstufe von Stickstoffmonoxid (NO), einem wichtigen
Mediatormolekül, das in den Endothelzellen gebildet wird und eine
Vasodilatation bewirkt. NO ist eine bedeutende antiatherogene Substanz; eine
verminderte NO-Bildung ist mit Läsionen des Gefäßendothels assoziiert. Ein
NO-Mangel fördert die Thrombozytenaggregation sowie die Adhäsion von
Monozyten an Endothelzellen und die Proliferation von Gefäßmuskelzellen.
Diese Faktoren spielen für die Entstehung atherosklerotischer
Gefäßveränderungen eine herausragende Rolle. Eine Anhebung des NO-Spiegels
kann durch eine Arginin-Supplementierung erfolgen, aber auch durch Gabe von
Citrullin. Letzteres hat den Vorteil, dass Citrullin nicht die Bildung der
Arginase stimuliert und dadurch effektiver als Arginin selbst die
NO-Synthese verbessern kann.
Wassermelonen sind eine sehr gute Quelle für Citrullin.
Taurin
Taurin ist ein Aminosäurenderivat mit sehr vielfältigen Eigenschaften. Im
Hinblick auf die Atherosklerose ist bedeutsam, dass Taurin durch eine
Erhöhung der Zahl der LDL-Rezeptoren und aufgrund einer beschleunigten
Umwandlung von Cholesterin in Gallensäuren cholesterinsenkend wirkt. Taurin
besitzt außerdem antiinflammatorische und antioxidative Eigenschaften. Es
ist ein Scavenger von Hypochlorit, einem der Hauptfaktoren, die für die
Oxidation der LDL-Partikel verantwortlich sind. Die Bildung
proinflammatorischer Zytokine wird durch Taurin via Einwirkung auf
NF-Kappa-B vermindert.
Taurin schützt die Endothelzellen der Gefäße vor den Folgen einer
Hyperglykämie, außerdem wird die Bildung von Adhäsionsmolekülen reduziert.
Vitamin D
Neben seinen zahlreichen anderen Funktionen beugt Vitamin D auch
Herz-Kreislauf-Erkrankungen vor. Vitamin-D-Mangel ist ein Risikofaktor für
die Entwicklung einer Atherosklerose. Es kommt zu einer verstärkten Bildung
proinflammatorischer Zytokine wie TNF-Alpha und prothrombotischer Substanzen
wie Fibrinogen. Die Atherosklerose wird heute zunehmend als Ergebnis eines
aktiven entzündlichen Prozesses angesehen.
Ein Vitamin-D-Mangel kann zu verstärkten Gefäß-Calcifizierungen führen, da
protektive Faktoren wie Matrix-GLA-Protein und Osteopontin vermindert
gebildet werden. 2008 wurde in der Zeitschrift „Arteriosclerosis, Thrombosis
and Vascular Biology“ der Zusammenhang zwischen der Vitamin-D-Konzentration
und dem Auftreten der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit untersucht.
Dazu wurden Daten von NHANES verwendet. Die Auswertung der Daten zeigte eine
fast lineare inverse Beziehung zwischen den Vitamin-D-Spiegeln und der
Prävalenz der pAVK.
Vitamin E
Vitamin E ist ein wichtiges lipophiles Antioxidans. Auch für den
Endothelschutz ist es aufgrund seiner unterschiedlichen Wirkungsweisen von
Bedeutung: Erhöhung der NO-Bioverfügbarkeit, verminderte Expression von
Adhäsionsmolekülen, Steigerung der LDL-Oxidationsresistenz und einiges mehr.
In randomisierten placebokontrollierten Studien wurde die Effektivität einer
Vitamin-E-Supplementierung zur Vermeidung kardiovaskulärer Ereignisse häufig
in Frage gestellt. In diesen Studien ging man davon aus, dass die verwendete
Dosis von Vitamin E den oxidativen Stress wirksam vermindert, ohne dass
dieser aber jemals gemessen wurde. Im Jahr 2007 publizierten Wissenschaftler
der Vanderbilt University eine Studie zur Senkung von F2-Isoprostanen
mittels Vitamin E in Abhängigkeit von Dosis und Anwendungsdauer. Dabei
zeigte sich, dass die maximale Senkung der F2-Isoprostane erst nach 16
Wochen Vitamin-E-Supplementierung erfolgt. Eine signifikante Absenkung wurde
erst bei einer Dosis von 1.600 I.U. aufwärts nachgewiesen. Es ist also davon
auszugehen, dass sehr viel höhere Vitamin-E-Konzentrationen, als
üblicherweise verabreicht, erforderlich sind, um den vaskulären oxidativen
Stress signifikant zu vermindern.
Vitamin C
Vitamin C ist ein wichtiges wasserlösliches Antioxidans. Ausreichend hohe
Vitamin-C-Spiegel können die frühen entzündlichen Veränderungen der
Gefäßwand verhindern. Vitamin C reduziert die endotheliale Dysfunktion,
ebenso wie den oxidativen Stress bei der Aktivierung der Makrophagen. Es
vermindert die Aufnahme von ox-LDL in Makrophagen und kann Reparaturvorgänge
der Zellen stimulieren. In einer japanischen Studie der Universität Osaka
wurde nachgewiesen, dass die Vitamin-C-Konzentration im Blutserum invers mit
den hsCRP-Spiegeln bei Männern und Frauen assoziiert ist. Das hs-CRP ist ein
wichtiger Entzündungsmarker und Risikofaktor für kardiovaskuläre
Erkrankungen.
Homocystein
Die Hyperhomocysteinämie gilt als unabhängiger Risikofaktor für
Atherosklerose und thromboembolische Erkrankungen. Die atherogene Wirkung
kann man auf den direkten Einfluss von Homocystein auf die Epithelzellen der
Gefäßwand mit verstärkter Bildung von ROS zurückführen, außerdem auf eine
Störung der Koagulation und Fibrinolyse.
Bekanntlich wird Homocystein mit Hilfe der Vitamine B6, B12 und Folsäure
abgebaut. Hierbei spielt besonders die Folsäure eine bedeutende Rolle, zumal
laut Ergebnis der Nationalen Verzehrstudie II beim größten Teil der
Bevölkerung die Folsäureaufnahme zu niedrig ist. Eine Supplementierung mit
Folsäure kann den homocysteininduzierten oxidativen Stress und die
Entzündungsaktivität bei Makrophagen effektiv verhindern.
Lipoprotein(a)
Lipoprotein(a) ist ein cholesterinreiches Lipoprotein, das ähnlich wie die
LDL-Partikel aufgebaut ist, aber eine höher Dichte aufweist. LPA wird als
eigenständiger atherosklerotischer Risikofaktor betrachtet. Ab einem
Plasmaspiegel von 30 mg/ dl steigt das Risiko für
Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Die Plasmaspiegel von Lipoprotein(a) gelten als genetisch determiniert und
sind diätetisch kaum beeinflussbar. Dennoch konnte sowohl mit Nikotinsäure
wie auch mit Carnitin eine deutliche Senkung der Lipoprotein(a)-Spiegel
erreicht werden. Es gibt auch Berichte darüber, dass NAC-Cystein
Lipoprotein(a) senken konnte. Ein typischer Bestandteil von Lipoprotein(a)
ist Apo, das eine Ähnlichkeit mit Plasminogen hat. Dadurch kann
Lipoprotein(a) auch Thrombosen und Embolien fördern.
Selen
Selen ist ein wichtiges antioxidatives Spurenelement. Die selenabhängigen
Glutathionperoxidasen sind in der Lage, einer Lipidperoxidation
entgegenzuwirken. Bei einem Selenmangel kann es zu einer vermehrten Bildung
von Hydroperoxiden kommen, wodurch die Prostazyklin-Synthetase gehemmt wird.
Dieses Enzym ist für die Bildung des gefäßerweiternden Prostazyklins
erforderlich, außerdem stimuliert ein Selenmangel die
Thrombozytenaggregation. Es konnte auch gezeigt werden, dass Selen die
Bildung von Adhäsionsmolekülen vermindern kann. In einigen epidemiologischen
Studien gab es einen signifikanten Zusammenhang zwischen dem Selenstatus und
einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Dieser konnte aber
nicht in allen Studien bestätigt werden. Unbestritten ist jedoch, dass ein
Selenmangel zu einer Beeinträchtigung der Endothelfunktion führen kann.
Wie bereits erwähnt, ist die Atherosklerose eine Erkrankung, die sich ganz
allmählich und lange unbemerkt entwickelt. Umso wichtiger ist es, frühzeitig
durch eine gezielte Mikronährstofftherapie dieser Erkrankung vorzubeugen.
Viele verschiedene Mikronährstoffe sind für eine gesunde Gefäßfunktion
erforderlich. Deshalb sollten Defizite durch eine entsprechende
Mikronährstoffanalyse überprüft werden.
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Atherosklerose-Screening
Bestimmt im Blut/ Serum werden:
• Arginin
• Taurin
• Cystein
• Homocystein
• Lipoprotein (a)
• Selen
• Vitamin C
• Vitamin D3
• Vitamin E
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