Eine optimale Versorgung mit Mikronährstoffen kann Stressfolgen vermindern,
z.B. Gefäßschäden durch eine erhöhte Aktivität des Sympathikus. Von großer
Bedeutung bei Erschöpfungszuständen ist eine Verbesserung der Energiebildung
in der Zelle. Für eine optimale Funktion der Mitochondrien (Kraftwerke der
Zelle) ist eine gute Versorgung mit bestimmten orthomolekularen Substanzen
notwendig. Darüberhinaus können Mikronährstoffe die antioxidative Kapazität
des Organismus verbessern, die Entzündungsbereitschaft vermindern und das
Immunsystem gezielt stärken.
Wirkung einzelner Mikronährstoffe bei Burn-out
Im Folgenden werden Vitamine und Vitaminoide, Mineralstoffe, Spurenelemente
und Aminosäuren vorgestellt, die beim Burn-out-Syndrom oder anderen nervösen
Erschöpfungszuständen erfolgreich eingesetzt werden können. Diese u.a.
Mikronährstoffe werden im Blut bestimmt. Die Mikronährstoffanalyse des
Blutes bildet die
Grundlage für eine gezielte und effektive Mikronährstoff-Therapie:
Vitamin B1
Der Körper hat nur eine geringe Speicherkapazität für Vitamin B1, deshalb
kann relativ leicht ein Mangelzustand entstehen, z.B. durch vermehrten
Stress. Vitamin B1 ist von zentraler Bedeutung für den Energiestoffwechsel
der Nervenzellen. Bereits ein leichter Mangelzustand kann sich in
Reizbarkeit, Müdigkeit und Schlaflosigkeit zeigen. Außerdem ist bei einem
Vitamin-B1-Mangel die Schmerzgrenze herabgesetzt. In verschiedenen Studien
konnte nachgewiesen werden, dass eine erforderliche Vitamin-B1-Therapie
häufig die psychische Befindlichkeit und die Hirnleistungsfähigkeit positiv
beeinflusst.
Vitamin B2
Vitamin B2 ist erforderlich für die Bildung der Flavin-Coenzyme, die eine
zentrale Rolle im Zellstoffwechsel spielen. Vitamin B2 ist an der
Energiebildung in den Mitochondrien beteiligt und wird auch für die
Entgiftung von Medikamenten und Umweltgiften benötigt; auch das Immunsystem,
die Blutbildung sowie der Fettsäurestoffwechsel sind Vitamin-B2-abhängig.
Eine unzureichende Vitamin-B2-Versorgung kann sich in Ermüdung, Depressionen
und Persönlichkeitsveränderungen äußern. Insbesondere in Wachstumsphasen,
also während der Kindheit und Jugend, sowie während der Schwangerschaft
kommt ein Vitamin-B2-Mangel nicht selten vor. Bei starker beruflicher oder
persönlicher Beanspruchung ist der Vitamin-B2-Bedarf ebenfalls erhöht.
Vitamin B6
Vitamin B6 ist an der Bildung verschiedener Nervenbotenstoffe beteiligt,
u.a. Serotonin, Dopamin und Noradrenalin. Diese Nervenbotenstoffe regulieren
maßgeblich die Stimmungslage, Motivation, Aktivität etc. Deshalb kann
Vitamin B6 bei psychischen Störungen einen günstigen Effekt haben. Vitamin
B6 hat auch einen positiven Einfluss bei der Prävention und Behandlung der
Arteriosklerose. Bei einer unzureichenden Vitamin-B6-Versorgung kommt es
auch zu einer eingeschränkten Funktion der weißen Blutkörperchen sowie zu
einer verminderten Produktion von Antikörpern.
Vitamin B12
Vitamin B12 wird für die Bildung von Nervenbotenstoffen benötigt, außerdem
für die Synthese von Myelin, der schützenden Schicht für viele
Nervenstränge. Ein Vitamin-B12-Mangel kommt relativ häufig vor, besonders
bei älteren Menschen, da altersabhängig die Vitamin-B12-Aufnahme vermindert
ist. Ein ausgeprägter Vitamin-B12-Mangel kann zu schweren psychiatrischen
und neurologischen Störungen führen, bis hin zu Verwirrungszuständen und
Gedächtnisschwund. Eine Vitamin-B12-Supplementierung kann viele Symptome des
Burn-out-Syndroms wie Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit und
Konzentrationsstörungen vermindern.
Folsäure
Der Stoffwechsel von Folsäure und Vitamin B12 ist eng miteinander verknüpft,
wobei das eine Vitamin nicht das andere ersetzen kann. Zur Vermeidung von
psychischen Befindlichkeitsstörungen sollte man sowohl auf eine gute
Vitamin-B12- als auch auf eine gute Folsäure-Versorgung achten. Bei
depressiver Verstimmung sind sehr häufig Folsäuremängel nachweisbar.
Folsäure ist das wichtigste Vitamin für den Homocysteinabbau. Homocystein
ist nicht nur ein Risikofaktor für Gefäßerkrankungen, sondern auch für
neuropsychiatrische Störungen. Erhöhte Homocysteinkonzentrationen sind sehr
oft mit einer schlechteren psychischen Befindlichkeit assoziiert. Eine
Therapie mit Vitamin B12 und Folsäure wirkt meist auch sehr gut bei
Erschöpfung, Abgeschlagenheit und Müdigkeit.
Vitamin C
Vitamin C ist das wichtigste wasserlösliche Antioxidans und als Vitamin an
vielen biochemischen Reaktionen beteiligt. Es wird vor allem auch für die
Biosynthese von Neurotransmittern benötigt, z.B. für die Bildung von 5-Htp
aus Tryptophan und für die Bildung von Noradrenalin aus Dopamin. Es ist auch
an der Carnitin-Biosynthese beteiligt sowie an der Bildung von
Glucocorticoiden in der Nebenniere. Eine gute Vitamin-C-Versorgung schützt
vor stressbedingten Gefäßschäden; sie führt auch zu einer Abschwächung der
Stressreaktion und zu einer schnelleren Regenerierung nach Stresszuständen.
Vitamin D
Die Vitamin-D-Versorgung ist in weiten Teilen der Bevölkerung in den
Industriestaaten völlig unzureichend. Die medizinisch wünschenswerten,
sinnvollen Vitamin-D-Konzentrationen sind weit höher als bisher angenommen.
In den letzten Jahren konnte gezeigt werden, dass Vitamin D über den
Knochenstoffwechsel hinaus zahlreiche regulative Aufgaben hat. Es besitzt
z.B. eine immunmodulierende Wirkung und kann das Risiko für
Autoimmunerkrankungen und Allergien vermindern. Eine
Vitamin-D-Supplementierung hat auch einen antientzündlichen Effekt und wirkt
günstig bei Rückenschmerzen. Es gibt auch Hinweise, dass eine gute
Vitamin-D-Versorgung die psychische Befindlichkeit bessern kann. Für ältere
Menschen ist insbesondere von Bedeutung, dass Vitamin D das Risiko für
Stürze reduziert.
Zink
Das Spurenelement Zink ist nicht nur für das Immunsystem wichtig, sondern
auch für den Hirnstoffwechsel. Es wird für die Funktion verschiedener
Neurotransmitterrezeptoren benötigt (Glutamat, GABA, Glycin). Ein Zinkmangel
ist oft mit Apathie, Lethargie, Depressionen und Irritierbarkeit verbunden.
Beim Burn-out-Syndrom oder bei Erschöpfung sollte auch immer der Zinkstatus
überprüft und ggf. verbessert werden.
Ferritin
Die Bestimmung des Eisenspeicherproteins Ferritin eignet sich am besten zur
Beurteilung der Eisenversorgung. Eine unzureichende Eisenversorgung geht
häufig mit Müdigkeit und Erschöpfung einher. Eisen sollte aber nur dann
zugeführt werden, wenn ein Eisenmangel nachgewiesen ist. Überhöhte
Eisenspiegel wirken sich schädlich aus: Sie können einen oxidativen Stress
erzeugen und das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen.
Calcium
Niedrige Calcium-Spiegel führen zu einer erhöhten Erregbarkeit des
Nervensystems sowie zu einer Krampfneigung der Muskulatur.
Magnesium
Der Antistress-Mineralstoff Magnesium zeigt seine Wirksamkeit häufig bei
Übererregbarkeit, Schlaflosigkeit, Depressionen und Konzentrationsstörungen.
Wichtig ist auch die Beteiligung des Magnesiums am Energiestoffwechsel. Eine
unzureichende Magnesiumversorgung führt zu einer Verlangsamung der
Energiebereitstellung und aller ATP-abhängigen Enzymreaktionen.
Arginin
Arginin ist an der Freisetzung verschiedener wichtiger Hormone beteiligt,
z.B. des Wachstumshormons aus der Hypophyse, des Insulins aus der
Bauchspeicheldrüse und des Noradrenalins aus der Nebenniere. Aus Arginin
wird das Molekül Stickoxid gebildet, das der Körper sowohl für die
Regulierung der Durchblutung wie auch für die Immunkompetenz und die
Gedächtnisbildung benötigt. Argininsupplemente helfen, die Proteinspeicher
im Körper zu erhalten.
Glutamin
Physischer und psychischer Stress erhöhen deutlich den Glutaminbedarf.
Glutamin ist auch eine Ausgangssubstanz des dämpfenden Neurotransmitters
GABA. Glutaminsupplemente haben meist einen psychovegetativ stabilisierenden
Effekt.
Glycin
Glycin ist bei Störungen des Nervensystems in mehrfacher Weise hilfreich.
Glycinsupplemente haben eine beruhigende und angstlösende Wirkung; außerdem
regulieren sie den Muskeltonus. Es wurde ferner nachgewiesen, dass Glycin
einen günstigen Effekt auf Gedächtnis und Konzentrationsfähigkeit hat.
Forschungsergebnisse neuesten Datums haben auch gezeigt, dass Glycin auch
schmerzstillende Eigenschaften haben kann.
Lysin
Eine schlechte Lysinversorgung kann zu einer erhöhten psychovegetativen
Labilität und zu einer verminderten Stresstoleranz führen.
Lysin ist auch eine Vorläufersubstanz für die Bildung von Carnitin.
Leucin, Isoleucin, Valin
Diese verzweigtkettigen Aminosäuren sind besonders wichtig für den
Muskelstoffwechsel. Leucin ist ein Signalgeber-Molekül für die
Proteinsynthese. Eine gute Versorgung mit diesen Isoleucin, Leucin und Valin
kann einen Eiweißabbau vermindern, und sie fördert insbesondere die Bildung
von Muskelprotein.
Phenylalanin/ Tyrosin
Tyrosin kann bei normalen Stoffwechselverhältnissen aus Phenylalanin
gebildet werden und ist die Ausgangssubstanz für die Synthese wichtiger
Neurotransmitter: Dopamin, Adrenalin, Noradrenalin sowie für die
Schilddrüsenhormone. Phenylalanin- und/ oder Tyrosin-Supplemente können den
Noradrenalin- und Adrenalinspiegel im Gehirn erhöhen, wodurch eventuell die
Stimmung verbessert werden kann. In mehreren Studien konnte auch
nachgewiesen werden, dass Tyrosinsupplemente Konzentrationsfähigkeit,
Wachheit und Aufmerksamkeit in Stresssituationen zu erhöhen vermögen.
Taurin
Taurin ist ein Aminosäuren-Abkömmling, der an der Regulierung der
Nervenerregbarkeit beteiligt ist. Außerdem besitzt Taurin verschiedene
Eigenschaften, die bei Stress und Erschöpfung nützlich sind, z.B. eine
Stabilisierung des Herz-Kreislauf-Systems, eine Verbesserung der
antioxidativen Kapazität, eine antientzündliche sowie immunstimulierende
Wirkung.
Tryptophan
Tryptophan ist die Ausgangssubstanz für die Bildung des Botenstoffs
Serotonin, der für die Stimmung des Menschen von zentraler Bedeutung ist.
Eine unzureichende Tryptophanversorgung kann zu zahlreichen körperlichen
Störungen führen, z.B. Nervosität, Depressionen, Schlafstörungen,
Stimmunsschwankungen, Kopfschmerzen, Reizdarmsyndrom etc.
Carnitin/ Coenzym Q10
Beide Vitaminoide sind von zentraler Bedeutung für die Energiebildung in den
Kraftwerken der Zelle (Mitochondrien). Deshalb ist eine Supplementierung von
Carnitin und/ oder Coenzym Q10 bei Erschöpfungszuständen und Müdigkeit
häufig sehr gut wirksam. Beide Substanzen verbessern auch den
Energiestoffwechsel der Herzmuskelzellen und unterstützen die Regulierung
des Blutzuckerspiegels sowie der Blutfettwerte.
Grundsätzlich muss festgestellt werden, dass Mikronährstoffmängel nur durch
eine entsprechende Laboruntersuchung objektiviert werden können. Eine
gezielte Zufuhr fehlender Mikronährstoffe ist wesentlich sinnvoller und
effektiver als eine Pauschal-Supplementierung. Besonders von einer
ungezielten Einnahme von Aminosäuren wird abgeraten, da diese unter
Umständen auch nachteilige Folgen haben kann. Ohne Laboranalyse kann nicht
beurteilt werden, welche Aminosäuren tatsächlich fehlen oder sogar im
Überschuss vorhanden sind.
Aufgrund unserer langjähriger Erfahrung können wir bestätigen, dass sich die
Vorgehensweise „zuerst Diagnostik, dann Therapie“ im Bereich der
Orthomolekularen Medizin mit Erfolg bewährt hat.
Infos - Laboranalyse
Weitere Infos über unsere Mikronährstoffanalyse bei Burn-out sowie z.B. Preise, Vorgehensweise
für die Durchführung
der Mikronährstoffanalyse etc. können Sie bei uns gerne telefonisch erfragen
unter 0049/ (0)9394/ 9703-0
oder per E-Mail:
diagnostisches-centrum@t-online.de
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