DCMS-Mikronährstoff-Profile

 

DCMS-Mikronährstoffprofile sind von Ärzten des Diagnostischen Centrums ausgeklügelte Mikronährstoffanalysen, die bestimmte Erkrankungen, Beschwerden oder Organsysteme betreffen. Auch für das allgemeine Wohlbefinden ist eine gezielte Mikronährstofftherapie auf Grundlage eine Laboranalyse meist hocheffektiv.



DCMS-Neuro-Check

DCMS Neuro Check 75für eine optimale Mikronährstoffversorgung des Nervensystems. Die Mikronährtoffanalyse ist sinnvoll bei psychischen oder neurologischen Beschwerden. Wird gerne gemacht bei Angststörungen, Depressionen, ADHS, Gedächtnisstörungen, für die Optimierung des Energiestoffwechsel  etc... weiter

DCMS-Stoffwechsel-Profil

Nahezu alle Stoffwechselabläufe sind Mikronährstoff-abhängig. Die Mikronährtsoffanalyse ist insbesondere sinnvoll bei allen schwerwiegenden Erkrankungen und Stoffwechselstörungen wie z.B. Krebserkrankungen, Diabetes. Adipositas, Schilddrüsenerkrankungen uvm... weiter

Vitalstoffanalyse "exklusiv"

Umfassendste und dadurch aussagefähigste Mikronährstoffdiagnostik. Bestimmt werden neben Vitaminen, Vitaminoden, Mineralstoffen, Spurenelementen, Aminosäuren und Fettsäuren die wichtigsten Eisenparameter und auch Risikofaktoren wie CRP und Homocystein oder Lipoprotein(a)...weiter

DCMS-Immun-Profil

DCMS Immun Profil 75Nur durch das Zusammenspiel aller relevanten Mikronährstoffe kann das Immunsystem schlagkräftig auf Viren, Bakterien und andere Eindringlinge reagieren und Fehlreaktionen des Immunsystems wie z.B. bei Allergien korrigiert werden... weiter

DCMS-Knochen-Profil

Für den Knochenstoffwechsel sind neben Calcium, Vitamin D und K zahlreiche weitere Mikronährstoffe essentiell. Das Knochen-Profil ist u.a. sinnvoll bei Osteoporose und entzündliche und degenerative Gelenkerkrankungen... weiter

DCMS-Herz-Kreislauf-Profil

Das Herz-Kreislauf-System ist auf eine ausreichende Verfügbarkeit von Mikronährstoffen angewiesen. Sie sind u.a. beteiligt an der Gefäßregulation, üben eine antioxidative Schutzfunktion in den Gefäßen aus oder sind am Energiestoffwechsel der Herzmuskelzelle maßgeblich beteiligt... weiter

 

 

Groes-EisenprofilBlutbild

Das so genannte kleine Blutbild ist die Basisuntersuchung zur Erfassung der zellulären Bestandteile einer Blutprobe. Neben den roten und weißen Blutkörperchen werden auch Hämoglobin, Hämatokrit, MCV, MCHC und einiges mehr bestimmt.


Ferritin

Ferritin ist ein Eisenspeicherprotein, das im ganzen Körper vorkommt. Ferritin ist ein sehr guter Parameter zur Beurteilung eines Eisenmangels. Diese Aussage gilt aber nur dann, wenn keine Entzündung im Körper vorliegt, da Ferritin auch ein Akutphasenprotein ist und bei Entzündungen ansteigt. Ob sich Ferritin als Parameter zur Eisenversorgung eignet oder nicht, ist also entscheidend davon abhängig.


Eisen/Transferrin/Transferrinsättigung

Die Bestimmung von Eisen im Blut ist kein verlässlicher Parameter zur Beurteilung des Eisenstoffwechsels. Der Eisenwert wird aber zur Bestimmung der Transferrinsättigung benötigt.

Das Eiweiß Transferrin ist das Transporteiweiß von Eisen zu den Geweben. Außerdem ist es ein negatives Akutphasenprotein. Es ist also bei Entzündungen vermindert.

Die Transferrinsättigung wird wie folgt berechnet: Eisenkonzentration im Blutserum geteilt durch die Transferrinkonzentration mal 70,9. Die Transferrinsättigung gibt an, wieviel Prozent des Transferrins mit Eisen beladen sind.

Da, wie bereits erwähnt, die Transferrinkonzentration auch mit der Entzündungsaktivität zusammenhängt, ist die Transferrinsättigung bei stark veränderten Transferrinkonzentrationen nur wenig aussagekräftig.


Löslicher Transferrinrezeptor (sTfR)

Zellen, die einen Eisenbedarf haben, besitzen an ihrer Oberfläche eine Andockstelle für das eisenbeladene Transferrin. Diese Struktur nennt man Transferrinrezeptor. Ein Teil dieser Rezeptoren wird ins Blut abgegeben und als löslicher Transferrinrezeptor bezeichnet. Die Serumkonzentration des löslichen Transferrinrezeptors ist direkt proportional zur Rezeptorkonzentration auf den Zellmembranen. 80 bis 95 Prozent der Transferrinrezeptoren befinden sich in Erythropoesezellen. Unter Erythropoese versteht man die Bildung roter Blutkörperchen.

Bei einem Eisenmangel steigt die Konzentration des löslichen Tranferrinrezeptors im Serum an, da die Erythropoesezellen mehr Transferrinrezeptorzellen ausbilden. Auch bei einer hämolytischen Anämie steigt die Konzentration des löslichen Transferrinrezeptors an. Mit dem sTfR-Wert kann man den aktuellen Eisenbedarf abschätzen.


hsCRP

Das C-reaktive Protein ist mittlerweile der wichtigste Entzündungswert im Blut, da es im Vergleich zu anderen Werten empfindlicher und spezifischer ist und sehr rasch reagiert. Das CRP ist weniger störanfällig und reagiert schneller als die Blutsenkungsgeschwindigkeit. Das hsCRP ist auf die Messung geringerer CRP-Konzentrationen ausgelegt und ein wichtiger Parameter für die Risiko- und Prognoseabschätzung bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Es ist aber wichtig zu wissen, dass normale hsCRP-Werte z.B. einen Virusinfekt nicht ausschließen.


Elektrolyte (Calcium, Magnesium, Kalium, Natrium)

Die Elektrolyte spielen bei vielen Funktionen im Körper eine wichtige Rolle. Eine Störung des körpereigenen Elektrolythaushalts kann mit schweren Erkrankungen verbunden sein. Das Gleichgewicht der Elektrolyte ist z.B. wichtig für die Regulierung des Wasserhaushalts, für die Funktionsfähigkeit der Nervenzellen und Muskelzellen sowie für die Regulierung des Blut-PH-Wertes. Hierbei ergibt sich auch ein Zusammenhang zum Eisenstoffwechsel. Je niedriger der Blut-PH-Wert ist, umso weniger Sauerstoff kann das Hämoglobin binden. Probleme mit der Sauerstoffversorgung können also nicht nur mit der Hämoglobin- und Eisenversorgung zusammenhängen.


Zink

Zink ist ein sehr wichtiges Spurenelement und Cofaktor von über 300 Enzymen. Zink ist für die Hämbiosynthese erforderlich, was einen Zusammenhang zum Eisenstoffwechsel herstellt. Auch der Säure-Basen-Haushalt und damit auch die Sauerstoffbeladung des Hämoglobins ist von einer ausreichenden Verfügbarkeit von Zink abhängig. Sowohl Zink wie auch Eisen sind für die Bildung verschiedener Neurotransmitter und für die Funktionsfähigkeit der Neurotransmittersysteme erforderlich. Bei verschiedenen neuropsychiatrischen Krankheitsbildern wie z.B. ADHS, Depressionen, Angsterkrankungen etc. ist häufig sowohl ein Zink- als auch ein Eisenmangel nachweisbar. Eine Eisensupplementierung kann die Zinkabsorption verringern. Diese Interaktion ist besonders während der Schwangerschaft und der Stillzeit von Bedeutung, so dass Frauen, die Eisen einnehmen, zusätzlich auch ein Zinkpräparat einnehmen sollten.


Kupfer

Am Eisenstoffwechsel sind zwei kupferhaltige Enzyme beteiligt, nämlich Ceruloplasmin und Ferroxidase II, die Eisen-2+-Ionen zu Eisen-3+-Ionen oxidieren können. Dieser Schritt ist erforderlich, damit das Protein Transferrin mit Eisenionen beladen werden kann. Bei einem Kupfermangel zeigt sich eine Störung der Eisenmobilisierung aus den Speichern, was die bedeutende Rolle von Kupfer im Eisenstoffwechsel unterstreicht.


Vitamin A

In mehreren Studien wurde nachgewiesen, dass ein Vitamin-A-Mangel eine Eisenmangelanämie verschlechtert. Bei Kindern mit einem schlechten Vitamin-A- und Eisenstatus konnte nach einer Vitamin-A-Supplementierung ein Anstieg der Hämoglobinkonzentration sowie eine Erhöhung des Erythropoietins festgestellt werden. Eine Vitamin-A-Supplementierung scheint also Eisen zur Verbesserung der Bildung roter Blutkörperchen aus bestehenden Speichern mobilisieren zu können. Die kombinierte Einnahme von Vitamin A und Eisen zeigte einen besseren Therapieerfolg bei der Anämie als die alleinige Einnahme von Eisen oder Vitamin A.


Vitamin C

Vitamin C vermag die Bioverfügbarkeit von Eisen in Nahrungsmitteln zu erhöhen. Dieser Effekt ist mit einer erhöhten Eisenabsorption im Darm verbunden, wobei Vitamin C sowohl die Nicht-Hämeisenaufnahme als auch die Hämeisenaufnahme verbessert. Vitamin C führt zu einer Reduzierung von Fe3+ zu Fe2+, was die Eisenresorption im Darm begünstigt. Möglicherweise erhöht Vitamin C die Stabilität von intrazellulärem Ferritin, wodurch der Abbau von Ferritin in der Zelle verhindert wird.

Vitamin B2

Eine unzureichende Vitamin-B2-Versorgung hat einen nachteiligen Einfluss auf den Eisenstoffwechsel. Durch eine Supplementierung von Vitamin B2 konnte bei Frauen, neben einer Verbesserung des Vitamin-B2-Status, auch ein Anstieg der Hämoglobinkonzentration nachgewiesen werden. Der Anstieg der Hämoglobinkonzentration war besonders ausgeprägt bei sehr niedrigen Vitamin-B2-Konzentrationen vor Beginn einer B2-Supplementierung. Derzeit ist noch nicht geklärt, über welche Mechanismen Vitamin B2 den Eisenstoffwechsel beeinflusst.


Vitamin B6

Vitamin B6 ist ein wichtiges Coenzym für die Hämsynthese. Ein Vitamin-B6-Mangel stört deshalb die Hämoglobinbildung und führt zu einer mikrozytären Anämie.


Vitamin B12

Ein Vitamin-B12-Mangel führt zu einer Verlangsamung der Blutbildung. Die Zahl der Erythrozyten ist vermindert, und es kommt zu einem Auftreten von überdurchschnittlich großen hämoglobinreichen Erythrozyten (makrozytäre, hyperchrome, megaloblastäre Anämie).


Folsäure

Analog zu Vitamin B12 kommt es auch bei einem Folsäuremangel zu einer Entwicklung einer megaloblastären Anämie. Anhand der Veränderungen des Blutbildes kann also nicht unterschieden werden, ob primär ein Folsäuremangel oder ein B12-Mangel vorliegt.


Arginin

Arginin ist Ausgangssubstanz für die Bildung des gasförmigen Botenstoffes Stickstoffmonoxid (NO). NO spielt eine zentrale Rolle für die Regulierung des Gefäßtonus und für die Funktionsfähigkeit des Gefäßendothels. Arginin und NO sind auch wichtig für die Immunkompetenz. Für die Bildung von NO aus Arginin ist Eisen erforderlich.

Lysin

Lysin ist eine essentielle Aminosäure, d.h., sie kann vom Körper nicht selbst gebildet werden. Lysin spielt eine zentrale Rolle als Bestandteil der Kollagene. Eine suboptimale Versorgung mit Lysin ist neben einem Eisenmangel ein wichtiger Grund für Haarausfall. Bei einer Ferritinkonzentration kleiner als 70 µg/l kommt es vermehrt zu Haarausfall. Zu einer Reduzierung des Haarausfalls hat sich in einer britischen Studie eine Kombination aus Lysin und Eisen am besten bewährt.


Histidin

Histidin wird heute zu den essentiellen Aminosäuren gezählt. Histidin ist aufgrund seiner chemischen Eigenschaften ein wichtiger Ligand für Metallionen. Histidin spielt eine wichtige Rolle für die Bindung von Eisen im Hämoglobinmolekül und den anderen eisenhaltigen Proteinen wie Myoglobin, Cytochrome und Peroxidasen.


Cystein

Cystein ist eine schwefelhaltige Aminosäure und dient dem Stoffwechsel als wichtige Schwefelquelle und als Ausgangssubstanz für die Bildung des Tripeptides Glutathion. Der Eisen- und Schwefelstoffwechsel sind sehr eng miteinander verknüpft. Es sind zahlreiche Eisen-/Schwefel-Cluster bekannt. Hierbei handelte es sich um Mehrfachkomplexe aus Eisen und Schwefel, die als Cofaktoren an Enzymreaktionen beteiligt sind. Ein wichtiges Enzym ist z.B. die Aconitase sowie Komplex 1 und 2 der Atmungskette. Auch für die Bildung der Schilddrüsenhormone sind diese Eisen-Schwefel-Komplexe erforderlich.


Glycin

Glycin ist die Ausgangssubstanz für die Bildung zahlreicher Moleküle wie Glutathion, Cholin, Porphyrine, Purine, Kreatin, Kollagene und Elastin. Da Glutathion für den intrazellulären Eisenstoffwechsel eine zentrale Rolle spielt, ergibt sich hieraus auch ein Zusammenhang zwischen Glycin und dem Eisenstoffwechsel.


Glutamin

Glutamin ist die Aminosäure mit der höchsten Konzentration im Blutserum und spielt bei einer Vielzahl von Stoffwechselwegen eine wichtige Rolle. Glutamin ist ein lebenswichtiges Nährsubstrat für die Immunzellen und Schleimhautzellen des Magen-Darm-Trakts und ebenso wie Glycin und Cystein für die Bildung von Glutathion erforderlich.


Glutathion

Glutathion ist ein Tripeptid, bestehend aus den Aminosäuren Cystein, Glycin und Glutaminsäure. Glutathion kommt in den meisten Zellen in relativ hohen Konzentrationen vor und gilt als das wichtigste Molekül im antioxidativen Zellstoffwechsel. Glutathion spielt auch eine wichtige Rolle für Entgiftungsreaktionen, für die Regulierung des Zellzyklus, die Bildung verschiedener Metabolite etc. Glutathion hat eine große Bedeutung für den intrazellulären Eisenstoffwechsel. Die Hauptmenge des Eisens, das durch die Zellmembran aufgenommen wird, kommt in einen Pool, den man als labilen Eisenpool bezeichnet. Von dort geht das Eisen dann hauptsächlich in die Mitochondrien, wo es in verschiedene Eisenzentren und Eisen-Schwefel-Cluster eingebaut wird. Wegen seiner hohen Konzentration im Zellinneren ist Gutathion sozusagen der beste Ligand für die zweiwertigen Eisenionen. Eisen-Glutathion-Komplexe spielen eine zentrale Rolle für die Eisenverteilung und Eisenverwertung in der Zelle. Eine starke Verminderung der zellulären Glutathionspiegel führte zu einer Verminderung der Aktivität verschiedener eisenhaltiger Enzyme.


Carnitin

Carnitin ist ein Transportmolekül für die Fettsäuren in die Mitochondrien (Kraftwerke der Zelle). Zu den Folgen von verminderten Carnitinkonzentrationen gehört eine Drosselung des Transports langkettiger Fettsäuren in die Mitochondrien, was mit einer Verlangsamung der Energiebereitstellung verbunden ist. Carnitin hat auch noch andere Funktionen im Stoffwechsel, z.B. Regulierung der Blutzuckerneubildung, Beeinflussung von Acetylcholin, Senkung des Triglycerid- und Cholesterinspiegels etc. Eisen ist für die Carnitin-Synthese erforderlich. Ein Eisenmangel kann also auch zu verminderten Carnitinkonzentrationen beitragen. Es gibt auch Hinweise aus Studien, dass Carnitin die notwendige Erythropoietin-Dosis zur Stimulierung der Erythropoese verringern kann, was insbesondere bei der renalen Anämie und bei der Tumoranämie eine Rolle spielt. Carnitin ist eine schwefelhaltige Verbindung und dadurch auch eine wichtige Schwefelquelle zur Bildung von Eisen-Schwefel-Clustern.

 

 

Indikationen

  • Anämie

 

Laborparameter

 

Eisenwerte/ Entzündungswert

Blutbild, Ferritin, Eisen, Transferrin, Transferrinsättigung, löslicher Transferrinrezeptor, hsCRP

 

Mineralstoffe/ Spurenelemente

Calcium, Magnesium, Kalium, Natrium, Zink, Kupfer

 

Aminosäuren

Arginin, Cystein, Glutamin, Glycin, Histidin, Lysin

 

Vitamine

Vitamin A, C, B2, B6, B12, Folsäure

 

Mineralstoffe/ Spurenelemente

Calcium, Magnesium, Kalium, Natrium, Zink, Kupfer

 

Weitere

Carnitin, Glutathion

 

Bild: DCMS

Darm Screening2Darmerkrankungen kommen in der deutschen Bevölkerung relativ häufig vor. Das Reizdarmsyndrom gehört zu den häufigsten Gesundheitsstörungen überhaupt. Bis zu 16 Prozent der Frauen und acht Prozent der Männer in Deutschland sind davon betroffen, also rund sieben Mio. Menschen.
Eine weitere wichtige Gruppe bilden die chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED), dazu zählen der Morbus Crohn und die Colitis ulcerosa. An diesen Erkrankungen leiden etwa 2,2 Mio. Menschen in Europa.

Bei den CED-Erkrankungen kommt es zu einer verstärkten Bildung und Freisetzung entzündungsfördernder Zytokine. Es sind auch vermehrt Stoffwechselprodukte der Arachidonsäure wie Prostaglandine und Leukotriene nachweisbar. Die Schädigung der Darmwand durch die Entzündungsprozesse hat zur Folge, dass bei Patienten mit CED sehr häufig Mangelzustände bei der Vitamin- und Mineralstoffversorgung auftreten, wovon bevorzugt die fettlöslichen Vitamine sowie Folsäure und Vitamin B12 betroffen sind.

Die Darmschleimhaut ist ein schnell proliferierendes Zellsystem und auf eine gute Versorgung mit allen erforderlichen Mikronährstoffen angewiesen. Ein Mangel an Mikronährstoffen führt daher zu einer Beeinträchtigung von Struktur und Funktionsfähigkeit der Darmmukosa.

Mikronährstoffdefizite treten also nicht nur als Folge von Darmerkrankungen auf, sondern begünstigen auch deren Entstehung. Die Fehlernährung bei CED spielt eine wichtige Rolle für die Entwicklung von Folgeerkrankungen wie Osteoporose, Anämie etc.

 

B-Vitamine und Homocystein

Im November 2011 ergab eine Metaanalyse, dass das Risiko für eine Hyperhomocysteinämie im Vergleich zu Kontrollpersonen bei Patienten mit entzündlichen Darmerkrankungen (IBD) signifikant höher liegt. Die mittlere Homocysteinkonzentration war bei Colitis ulcerosa und Morbus Crohn in etwa gleich. Bereits 2008 wurde von französischen Wissenschaftlern publiziert, dass bei IBD-Patienten mit Hyperhomocysteinämie ein Folsäuremangel das Risiko für Darmkrebs erhöht. Ein Vitamin-B12- und Folsäuremangel kommt bei Patienten mit Morbus Crohn häufiger vor als bei Patienten mit Colitis ulcerosa und Kontrollpersonen. Dies ist das Ergebnis einer Studie von Wissenschaftlern der Universität Ankara.

 

Vitamin D und K

2009 wurde von japanischen Wissenschaftlern publiziert, dass Patienten mit Morbus Crohn im Vergleich zu Colitis-ulcerosa-Patienten signifikant niedrigere Konzentrationen von Vitamin K und 25 OHD und eine niedrigere Knochendichte aufwiesen.

Niedrige Konzentrationen von Vitamin K und 25 OHD waren unabhängige Risikofaktoren für eine niedrige Knochendichte, und sie waren mit der Fettaufnahme der Patienten assoziiert.

In einer weiteren Studie aus Japan, die 2011 veröffentlicht wurde, konnte nachgewiesen werden, dass die Spiegel von untercarboxyliertem Osteocalcin signifikant mit der Aktivität des Morbus Crohn korrelierten. Die Spiegel von 1,25 Dihydroxyvitamin D waren im Vergleich zu gesunden Kontrollpersonen bei Patienten mit Colitis ulcerosa und Morbus Crohn signifikant niedriger.

Vitamin D scheint für die Darmgesundheit eine wichtige Rolle zu spielen. Es wird für die Bildung von Defensinen benötigt, wichtigen Molekülen des Immunsystems im Darm. Patienten mit Morbus Crohn zeigten verminderte Konzentrationen dieser Moleküle in der Darmschleimhaut. Niedrige Defensinspiegel führen dazu, dass die Darmschleimhaut porös wird, so dass Bakterien in die Schleimhaut einwandern können und dadurch Entzündungen auslösen.

 

Antioxidative Mikronährstoffe

Bereits der normale Verdauungsvorgang führt in erheblichem Umfang zu einer Bildung von Sauerstoff- und Stickstoffradikalen. Die Darmschleimhaut verfügt deshalb über ein unfangreiches Arsenal an Antioxidantien. Bei einer Zunahme des oxidativen Stresses, z.B. durch Entzündungen, kommt es aber dann zu Schäden der Darmschleimhaut und vor allem zu einer vermehrten Durchlässigkeit. Für die Integrität der Darmschleimhaut spielt besonders der Redoxstatus von Glutathion und Cystein eine Rolle. In verschiedenen Studien konnte nachgewiesen werden, dass bei IBD-Patienten häufig ein oxidativer Stress vorliegt. Patienten mit Colitis-ulcerosa und Morbus Crohn zeigten vermehrt DNA-Schäden der Leukozyten durch freie Radikale sowie eine verminderte antioxidative Kapazität. Die Aufnahme von Obst und Gemüse war bei diesen Patienten geringer im Vergleich zu Kontrollpersonen. Bei Kindern und jungen Erwachsenen mit aktiver IBD wurden häufig niedrigere Serumspiegel von Vitamin A und Vitamin E nachgewiesen, wobei die Vitaminkonzentrationen in einem engen Zusammenhang zum Schweregrad der Erkrankungen standen.

In einer kanadischen Studie führte eine Supplementierung von Vitamin E und C bei Morbus-Crohn-Patienten zu einer signifikanten Verminderung des oxidativen Stresses.

 

Spurenelemente

Kinder und Jugendliche mit IBD zeigten in einer kanadischen Untersuchung im Vergleich zu Kontrollpersonen signifikant niedrigere Zinkkonzentrationen. Eine häufige Folgeerkrankung bei IBD ist die Anämie, wobei am häufigsten eine Eisenmangelanämie vorkommt. Bei Patienten mit entzündlichen Darmerkrankungen ist sicher eine parenterale Verabreichung von Eisen zu erwägen, da orale Eisenpräparate bekanntlich häufig mit Störungen im Magen-Darm-Bereich einhergehen.

 

Cystein

Cystein ist eine schwefelhaltige Aminosäure mit einer freien Thiolgruppe. Cystein ist Ausgangssubstanz und meist limitierender Faktor für die Glutathionsynthese. Aus Zellkulturversuchen ist bekannt, dass die Cysteinverfügbarkeit und die lokalen GSH-Konzentrationen direkt die Proliferation der Epithelzellen beeinflussen. Ein oxidativer Stress stört die Zellproliferation und induziert das „Selbstmordprogramm“ der Schleimhautzellen, wobei dann Cystein und Glutathion vermehrt in oxidierter Form vorliegen. Ohne ein ausreichendes Cysteinangebot kommt es also zu einer Beeinträchtigung der Zellerneuerung der Darmschleimhaut.

 

Glutamin

Der Gastrointestinaltrakt ist mit Abstand der größte Nutzer von Glutamin im Körper, da die Schleimhautzellen Glutamin als ihre Hauptenergiequelle verwenden. Die Bedeutung des Glutamins für den Darm wird dadurch deutlich, dass eine teilparenterale Ernährung ohne Glutamin zu einer Atrophie der Schleimhaut und der Darmvilli des Dünndarms führt. Eine Zugabe von Glutamin zu einer teilparenteralen Lösung führt zu einer Wiederherstellung der Darmmukosa. Traumata, Infektionen, Chemotherapie und andere Stressfaktoren sind mit einer Störung der Durchlässigkeit der Darmwand assoziiert. Diese kann bei verschiedenen Erkrankungen gefunden werden, dazu gehören Morbus Crohn, Colitis ulcerosa, Reizdarmsyndrom und Lebensmittelallergien. Bei diesen Erkrankungen ist eine Glutaminsupplementierung von Nutzen.

Im März 2012 wurde publiziert, dass Glutamin auch den Aminosäurenstoffwechsel der Darmbakterien verändert. Die Zugabe von Glutamin zu entsprechenden Bakterienkulturen verminderte den Abbau der meisten Aminosäuren in Bakterienstämmen, die im Dünndarm vorkommen. Wenn weniger Aminosäuren abgebaut werden, so hat dies natürlich auch einen Einfluss auf die Bioverfügbarkeit im Blutkreisslauf.

 

Threonin

Threonin ist eine essentielle Aminosäure und von großer Bedeutung für den Darm, weil die Schleimstoffe bis zu 30 Prozent aus Threonin bestehen. Alle Faktoren, die eine vermehrte Bildung von Schleimstoffen notwendig machen, z.B. erhöhte Schleimverluste, bewirken deshalb auch einen erhöhten Threoninbedarf. Es findet kein signifikantes Threonin-Recycling im Darm statt, so dass ein großer Teil des durch die Nahrung aufgenommenen Threonins vom Magen-Darm-Trakt beansprucht wird.

 

Citrullin

Citrullin ist ein Metabolit des Harnstoffzyklus und auch ein wichtiges Stoffwechselprodukt der Dünndarmepithelien. In verschiedenen Studien hat sich gezeigt, dass die Citrullinkonzentration ein guter Marker für die Beurteilung der Funktionsfähigkeit der Dünndarmmukosa ist.
Das Schlüsselenzym für die Citrullinbildung ist die Ornithin-Aminotransferase, die in besonders hohen Konzentrationen im Zwölffingerdarm und im oberen Dünndarmbereich gebildet wird. Im Kinder- und Jugendalter tritt der Morbus Crohn hauptsächlich in diesem Bereich auf, deshalb eignet sich die Citrullinkonzentration besonders bei Kindern und Jugendlichen als Marker für die Aktivität des Morbus Crohn.

 

Glycin

Glycin ist eine zellschützende Substanz und übt einen Schutzeffekt auf die Enterozyten aus. Im ganzen menschlichen Darm wird der spezifische Glycintransporter GLYT1 gebildet und dient hauptsächlich der Sicherstellung der Glycinversorgung für die Schleimhautzellen von Dünn- und Dickdarm. Glycin dürfte vor allen Dingen auch bei entzündlichen Darmerkrankungen von Nutzen sein. Glycin ist neben Cystein und Glutaminsäure ein Baustein für die Glutathionsynthese.
Besonders bei proteinarmen Ernährungformen kann ein Glycinmangel die Glutathionbildung erheblich beeinträchtigen.

 

Referenzen:
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Foto: © Udo Kroener - Fotolia.com


 

Laborparameter


Bestimmt im Blut/ Serum werden:

• Citrullin
• Cystein
• Glutamin
• Threonin
• Glycin
• Homocystein
• Vitamin D
• Vitamin C
• Vitamin E
• Zink
• Ferritin

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arthrose-screeningArthrosen sind fortschreitende degenerative Gelenkerkrankungen, bei denen schrittweise die Knorpelüberzüge der Gelenke zerstört werden. Arthrosen sind die häufigsten chronischen Erkrankungen des älteren Menschen. Meist sind die Finger, Hüft- und Kniegelenke betroffen. Der Gelenkknorpel kann durch verschiedene biomechanische und chemische Einflüsse geschädigt werden. Mit zunehmender Zerstörung des Knorpels kommt es auch zu einer Verformung der Gelenke und zu einer Entzündung der Kapselinnenhaut. Frühe Symptome einer Arthrose sind Einlauf- und Belastungsschmerzen sowie ein Steifigkeits- und Ermüdungsgefühl, besonders bei Bewegungsbeginn. Eine zunehmende Gelenksteife ist Zeichen einer fortgeschrittenen Erkrankung.

Durch eine gezielt Mikronährstofftherapie kann der Verlauf und die Prognose einer Arthroseerkrankung günstig beeinflusst werden. Bei der Zerstörung des Gelenkknorpels spielen freie Radikale eine wichtige Rolle. Deshalb benötigen Arthrosepatienten vermehrt antioxidative Mikronährstoffe wie Vitamin C und E und Selen. Die entzündliche Aktivität lässt sich durch eine hochdosierte Supplementierung von Antioxidantien, insbesondere mit Vitamin E, vermindern.

Kupfer und Zink sind notwendig für den antioxidativen Schutz der Gelenke. Niedrige Vitamin D-Konzentrationen korrelierten in Studien mit dem Schweregrad der Arthrose. Für den Knochen- und Knorpelstoffwechsel sind auch die Aminosäuren sehr wesentlich. Neueste Forschungsergebnisse aus Spanien zeigen, dass eine Therapie mit 2 x 5 g Glycin ausgezeichnete Ergebnisse bei der Behandlung von degenerativen Knochenerkrankungen hatte. Schon länger ist bekannt, dass Glycin entzündungshemmende Effekte entfalten kann; außerdem ist es wichtiger Bestandteil der Collagene. Für den Knorpelstoffwechsel werden ebenso die schwefelhaltige Aminosäuren benötigt, weil die Knorpelbausteine viel Schwefel enthalten und diese Aminosäuren auch antioxidative Eigenschaften besitzen. Für den Knochenstoffwechsel sind die Aminosäuren Arginin, Prolin und Lysin von großer Bedeutung, weil sie einen Schutzeffekt gegen Knochenabbau haben.

Zur Vermeidung der Entstehung oder des Voranschreitens einer Arthrose oder Arthritis empfiehlt sich eine gezielte Therapie, mit den für den Knorpelstoffwechsel wichtigen Mikronährstoffen, auf der Basis einer genauen Laboranalyse.

Wir haben speziell für Arthrose/ Arthritis ein gezielter Mikronährstoff-Check entwickelt, der die Grundlage für eine optimale Mikronährstoff-Therapie darstellt.

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Laborparameter


Bestimmt im Blut/ Serum werden:

• Arginin
• Cystein
• Glycin
• Lysin
• Methionin
• Prolin
• Vitamin C
• Vitamin E
• Vitamin D
• Selen
• Kupfer
• Zink

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osteoporose-screeningDie Osteoporose ist als eine systemische Skeletterkrankung definiert, bei der es zu einer niedrigen Knochenmasse und einer Verschlechterung der Mikro-architektur des Knochengewebes kommt, mit der Folge vermehrter Knochenbrüchigkeit. Die Osteoporose ist inzwischen eine Volkskrankheit. Experten gehen davon aus, dass in Deutschland etwa 8 Mio. Menschen an Osteoporose leiden, jede vierte Person über fünfzig Jahre dürfte betroffen sein. Der Knochen unterliegt zeitlebens ständigen Umbauprozessen. Die Knochenstruktur wird den wechselnden Bedürfnissen angepasst. Im Alter zwischen 25 und 30 Jahren erreicht der Mensch die maximale Knochendichte, spätestens nach dem dreißigsten Lebensjahr wird die Knochenbilanz negativ, es kommt zu durchschnittlich 1 Prozent Knochenverlust pro Jahr. Bei der Frau steigt nach der Menopause mit Abfall des Östrogenspiegels der Verlust an Knochensubstanz rapide an: bis auf vier Prozent pro Jahr. Die Frau verliert also vom vierzigsten bis zum siebzigsten Lebensjahr durchschnittlich vierzig Prozent ihrer Knochenmasse, der Mann verliert im gleichen Zeitraum nur etwa zwölf Prozent.

Die maximale Knochenmasse des jungen Erwachsenen ist daher ein wichtiges Kapital, das für die Knochengesundheit eine zentrale Rolle spielt. Bei der Osteoporose kommt es zu verschiedenen Veränderungen des Knochengewebes, z.B. zu einer erniedrigten Knochendichte, zu einem minderwertigen Aufbau der Knochensubstanz, einer fehlerhaften Struktur und Verknüpfung der Kollagenmoleküle, zu mangelhaften Reparaturmechnismen und zu mangelhafter Mineralisation der Knochenmatrix.

Für die Entwicklung einer Osteoporose gibt es zahlreiche Risikofaktoren, die beeinflussbar sind. Fehlende körperliche Aktivität, d.h. ein chronischer Bewegungsmangel, ist ein wichtiger Risikofaktor für die Entstehung der Osteoporose, aber auch eine übermäßige sportliche Aktivität fördert die Entstehung dieser Erkrankung. Untergewicht ist mit einer Verminderung der Knochendichte assoziiert. Weitere Faktoren sind hormonelle Veränderungen wie z.B. eine früh einsetzende Menopause bei der Frau oder ein Testosteronmangel beim Mann. Rauchen, hoher Alkoholkonsum, starker Kaffeekonsum erhöhen ebenfalls das Osteoporoserisiko. Einen ungünstigen Effekt auf den Knochenstoffwechsel haben auch Depressionen, die mit einem höheren Spiegel von Stresshormonen oder proinflammatorischen Zytokinen verbunden sind. Zahlreiche Medikamente können die Knochen schwächen, wobei hier insbesondere die Therapie mit Cortison zu erwähnen ist. Ein ganz wichtiger Faktor für die Entstehung einer Osteoporose ist die Fehlernährung. Neben Alkohol und Koffein wirkt sich auch ein hoher Verbrauch von Zucker ungünstig auf den Knochenstoffwechsel aus. Ein weiterer Risikofaktor ist eine hohe Phosphatzufuhr, wobei als Phosphatquelle Fleisch- und Wurstwaren und Softdrinks die Hauptquelle darstellen. Eine hohe Zufuhr von Salz und tierischem Eiweiß vermehrt die Calciumausscheidung über den Urin. Generell ist eine säurebetonte Ernährung wie z.B. die typische „Western Diet“ ungünstig für die Knochen, da zur Neutralisierung von Säuren alkalische Salze aus dem Knochen mobilisiert werden müssen.

Für Aufbau und Erhalt der Knochendichte sind mehrere Mikronährstoffe essentiell. Die Entstehung der Osteoporose wird also keineswegs nur durch einen Calciummangel ausgelöst.

 

Zink

Der Knochen enthält ca. ein Drittel des Körper-Zinkgehalts. Bei einem Zinkmangel ist die Aktivität der Knochenaufbauzellen, der Osteoblasten, vermindert, ebenso die Bildung wichtiger Knochenbausteine wie Kollagene und Proteoglykane. Zink kann auch die Knochenresorption durch die Knochenabbauzellen (Osteoklasten) vermindern. Zink hat einen anabolen Effekt auf den Knochenstoffwechsel.

 

Kupfer

Kupfer hat zahlreiche pyhsiologische Funktionen im Stoffwechsel inne, hauptsächlich als Teil kupferhaltiger Metalloenzyme. Die kupferhaltigen Enzyme Phenoloxidase und Lysinoxidase sind am Kollagenstoffwechsel beteiligt und deshalb wichtig für die Struktur von Knochen- und Bindegewebe. Eine kleine US-amerikanischeStudie, die 2010 publiziert wurde, ergab, dass eine Kupfersupplementierung bei jungen Frauen die Konzentration der Kollagen-Cross-Links im Urin erhöht. Letztere sind ein Marker für den Knochenumsatz und des gesamten Kollagengehalts.

In der Fachzeitung „Biological Trace Element Research“ wurde 2008 eine Untersuchung über die Zusammenhänge der Kupferkonzentration im Blutplasma mit der Knochendichte publiziert. Es zeigte sich, dass die Plasma-Kupfer-Konzentration sehr gut mit der Knochendichte der Lendenwirbelsäule korrelierte.

 

Mangan

Mangan ist ein Cofaktor für die Synthese von Proteoglykanen, die für die Bildung von Knochen und Knorpeln gebraucht werden. Mangan wird auch für die Bereitstellung der Aminosäure Prolin zur Kollagenbildung benötigt. Bei Frauen mit Osteoporose wurden niedrige Plasma-Mangan-Konzentrationen beschrieben. Durch eine Supplementierung von Calcium, Kupfer, Zink und Mangan konnte ein Verlust der Knochenmasse über einen Zeitraum von 2 Jahren deutlich vermindert werden.

 

Homocystein

Homocystein ist als Risikofaktor für Gefäßerkrankungen bekannt. In epidemiologischen Studien konnte weiterhin ein Zusammenhang zwischen einem erhöhten Risiko für osteoporotische Frakturen und höhere Homocysteinkonzentrationen nachgewiesen werden. Hohe Homocysteinkonzentrationen erhöhen das Risiko für Osteoporose bei Frauen nahezu um das Doppelte, bei Männern um das Vierfache. Homocystein wird bekanntlich mit den Vitaminen B6, B12 und Folsäure abgebaut. Daraus ergibt sich, dass eine zu geringe Aufnahme eines dieser Vitamine zu einem Anstieg der Homocysteinkonzentration führen kann, wodurch dann auch das Osteoporoserisiko ansteigt. Männer und Frauen mit Vitamin-B12-Konzentrationen unter 200 ng/ l hatten eine geringere mittlere Knochendichte als Personen mit höheren Konzentrationen.

 

Vitamin C

Vitamin C wird für die Hydroxylierung der Aminosäuren Prolin und Lysin benötigt, die wiederum für die Quervernetzung der Kollagene entscheidend ist. Ohne Vitamin C können nur schadhafte Kollagenmoleküle gebildet werden, die der Funktion als Strukturproteine nicht nachkommen können. Außerdem steigert Vitamin C die Aktivität der Osteoblasten. Frauen mit hohen Vitamin-C-Konzentrationen hatten eine signifikant bessere Knochendichte, wenn die Calciumzufuhr höher war als 500 mg täglich. 2008 wurde eine Studie der Tuft-University publiziert, in der nachgewiesen wurde, dass eine hohe Vitamin-C-Zufuhr bei alten Männern Knochenverluste reduzieren kann.

 

Vitamin K

Vitamin K ist für die Carboxylierung des Knochenproteins Osteocalcin erforderlich. Letzteres spielt eine wichtige Rolle für die Knochenmineralisation, kann diese Funktion aber nur in carboxylierter Form entfalten. Um eine vollständige Carboxylierung des Osteocalcins zu erreichen, bedarf es deutlich höherer Vitamin-K-Spiegel als zur Aktivierung des Gerinnungssystems. Auch über andere Mechanismen wirkt Vitamin K einer Osteoporose entgegen, z.B. durch Hemmung der Osteoklastenaktivität und Hemmung der Bildung von Prostaglandin E2, das den Knochenabbau fördert. Bei Frauen nach der Menopause wirkt Vitamin K signifikant gegen Osteoporose.

 

Viamin D

Vitamin D ist unbestritten einer der wichtigsten Mikronährstoffe für den Knochenstoffwechsel und zur Prävention der Osteoporose. Vitamin D fördert die Calciumaufnahme über den Darm sowie die Mineralisation und Härtung des Knochens. In Bezug auf die Osteoporose sind aber nicht nur die Vitamin-D-Effekte auf den Knochenstoffwechsel bedeutsam, es gibt inzwischen überzeugende Hinweise dafür, dass eine ausreichende Vitamin-D-Zufuhr bei Senioren die Zahl der Stürze und Brüche, einschließlich der Hüftfrakturen, um ungefähr 20 Prozent senken kann. Vitamin D ist also auch wichtig für die Stärkung der Muskulatur.

Zur Senkung des Risikos für Hüftfrakturen ist eine Vitamin-D-Konzentratioen (25-OH-D3) von über 30 ng/ ml erforderlich. Dieser Wert wird von älteren Menschen selten erreicht, zumal bei diesen im Vergleich zu jungen Menschen die körpereigene Vitamin-D-Synthese mit Hilfe des Sonnenlichts deutlich vermindert ist.

Die „International Osteoporosis Foundation“ empfiehlt älteren Menschen über 60 die Einnahme von 800 – 1000 IE Vitamin D täglich.

 

Calcium

Calcium ist sicherlich der Mineralstoff, der von den meisten Menschen mit der Knochengesundheit in Verbindung gebracht wird. Mehr als 99,5 Prozent des Calciums sind in Knochen und Sehnen lokalisiert, bei Männern ca. 1 kg, bei Frauen 0,8 kg. Unbestritten hat eine optimale Calciumzufuhr eine zentrale Bedeutung für die Knochengesundheit, daraus folgt aber nicht, dass eine sehr hohe Calciumzufuhr mit Hilfe von Supplementen zur Osteoporoseprävention sinnvoll ist. Wie eine neue Metaanalyse zeigt, können Calciumsupplemente allein das Knochenbruchrisiko an den langen Röhrenknochen und an der Hüfte nicht vermindern. Möglicherweise steigt sogar das Hüftfrakuturrisiko. Jetzt gibt es zudem deutliche Hinweise, dass die Einnahme von Calciumtabletten das Herzinfarktrisiko erhöhen könnte. Aufgrund neuerer Daten muss die breit praktizierte Basisempfehlung, Calciumsupplemente zur Osteoporoseprävention einzusetzen, überdacht werden, wobei aber nach wie vor gilt, dass eine ausreichende Calciumversorgung sichergestellt sein muss.

 

Magnesium

Der menschliche Körper enthält etwa 25 g Magnesium, etwa die Hälfte davon ist an das Hydroxylapatit des Knochens gebunden. In epidemiologischen Studien konnte ein Zusammenhang zwischen Magnesiummangel und Osteoporose mehrfach nachgewiesen werden.
Magnesium ist nicht nur wichtig für den Knochenstoffwechsel in seiner Funktion als Knochenbaustein, es spielt auch eine wichtige Rolle für die Aktivierung von Vitamin D in den Nieren, d.h. ein Magnesiummangel kann die Stoffwechseleffekte des Vitamins D erheblich einschränken.

Während bis vor einigen Jahren das Calcium als das Maß aller Dinge für die Osteoporoseprävention angesehen wurde, so zeigt sich heute, dass viele Mikronährstoffe notwendig sind und in ausreichender Menge verfügbar sein müssen. Entgegen einer weitverbreiteten Meinung ist die Mikronährstoffversorgung auch in Deutschland keineswegs zufriedenstellend, wie die Ergebnisse der NVS II zeigen. Bei älteren Menschen treten in Folge einseitiger Ernährungsgewohnheiten Mikronährstoffmängel gehäuft auf.

 

Referenz:

  • Rainer Bartl: Osteoporose; Thieme 2011
  • Cem Ekmekcioglu, Wolfgang Markl: Essenzielle Spurenelemente; SpringerWienNewYork 2006
  • Chaudhri MA et al.: Plasma copper and bone mineral density in osteopenia: an indicator of bone mineral density in osteopenic females; Biol Trace ELem Res. 2009 Summer; 129(1-3): 94-8
  • van Meurs JB et al.: Homocysteine levels and the risk of osteoporotic fracture; N Engl J Med. 2004 May 13, 350(20): 2033-41
  • Yazdanpanah N et al.: Effect of dietary B vitamins on BMD and risk of fracture in elderly men and women: the Rotterdam study; Bone 2007 Dec; 41(6): 987-94
  • Sugiura M et al.: Dietary patterns of antioxidant vitamin and carotenoid intake associated with bone mineral density: findings from post-menopausal Japanese female subjects; Osteoporos INt. 2011 Jan; 22(1): 143-52
  • Kathleen Doheny: Vitamin C: Goot for Your Bones; WebMD Health News; Sept. 19; 2008
  • Cees Vermeer and Elke Theuwissen: Vitamin K, osteoporosis and degenerative diseases of ageing; Menopause Int 2011; 17: 19-23
  • Ingrid Kreutz: Täglich Vitamin D spätestens ab 60 Jahren; Ärzte Zeitung, 24.01.2011
  • Uwe Beise: Osteoporose: Kalziumsupplemente erhöhen das Infarktrisiko; Schweizer Zeitschrift für Ernährungsmedizin 4/10
  • Aerzteblatt.de: Diät: Kalzium kann Osteoporose nicht vorbeugen; 25. Mai 2011
  • Jürgen Vormann: Magnesium stärkt Knochen und Herz; 03.01.2006
Foto: © freshidea - Fotolia.com

Laborparameter


Bestimmt im Blut/ Serum werden:

• Vitamin C
• Vitamin D3
• Vitamin K
• Calcium
• Magnesium
• Zink
• Kupfer
• Mangan
• Homocystein

Haben Sie Fragen bezüglich der Preise oder möchten Sie die Blutabnahmeröhrchen bestellen? Dann können Sie uns gerne kontaktieren unter: Tel. 09394/ 9703-0 oder per E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

 

 

Vortrag in Schweinfurt

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Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind immer noch die Todesursache Nummer eins. Neben einem gesunden Lebensstil ist die bedarfsgerechte Versorgung mit Mikronährstoffen, zu denen u. a. Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente und Aminosäuren gehören, die Grundvoraussetzung für die Gesunderhaltung des Herz-Kreislauf-Systems.

Warum das so ist, wird in diesem Vortrag eindrücklich erläutert – insbesondere an den drei wichtigsten Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Bluthochdruck, Herzinsuffizienz und koronare Herzkrankheit. Außerdem wird auf die Möglichkeit der Labordiagnostik eingegangen, um Mikronährstoffmängel zu erkennen und zu beheben.

Wir laden Sie recht herzlich zu unserem Vortrag ein:

»Mikronährstoffmedizin
bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen«

Wann:   Freitag, den 24.11.2017 um 19.00 Uhr
Wo:

Panoramahotel Schweinfurt, Am Oberen Marienbach 1

in 97421 Schweinfurt

Referent:  
Dr. med. Hans-Günter Kugler


Wir freuen uns auf Ihr Kommen. Der Vortrag ist kostenfrei.
Bild: © psdesign1/fotolia.com

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