fatwomen-petro-fekata-fotoliaEntzündliche Stoffwechsellage und erhebliche Mikronährstoffmängel


In Deutschland sind zwei Drittel der Männer und 51 Prozent der Frauen als übergewichtig einzustufen. Das war das Ergebnis der ersten gesamtdeutschen Studie, die im Februar 2008 veröffentlicht wurde.

Das „kosmetische Problem“ des Dickseins ist hierbei noch das kleinere Übel. Übergewicht ist ein Risikofaktor für die Entstehung zahlreicher Wohlstandserkrankungen. „Das Diabetes-Risiko ist bereits bei einem BMI von 25 gering erhöht und steigt danach steil an“, sagt Professor Dr. Hans-Georg Joost, Leiter des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung in Potsdam-Rehbrücke. „Bei einem BMI von 30 ist das Risiko zirka zehnmal so hoch wie bei einem BMI von 22."


Weitere Erkrankungen, für die Schwergewichtige anfällig sind: Fettstoffwechselstörungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Erkrankungen des Bewegungsapparates, Gallenblasenbeschwerden, Gicht, Krebs u.a. Die Behandlung dieser Erkrankungen sind meist langwierig, aufwendig und mit erheblichem finanziellen Aufwand verbunden. So bezifferte die deutsche Bundesregierung Ende April 2007 die jährlichen Kosten für ernährungsabhängige Krankheiten auf 70 Mrd. – Tendenz steigend. Man rechnet in den nächsten Jahren mit Kosten bis zu 100 Mrd. Euro.

Wer überwichtig ist, tut also gut daran abzunehmen – nicht nur, um die deutsche Gesundheitskasse zu entlasten, sondern für das eigene gesundheitliche Wohlergehen.

Als besonders gesundheitsschädlich
ist das Fettgewebe im Bauchraum einzustufen,
das so genannte viszerale Fett.


Hier werden zahlreiche entzündungsfördernde Signalstoffe gebildet, die in die Blutbahn gelangen und weiter ihr Unwesen treiben. Diese chronisch entzündliche Stoffwechsellage ist gefährlich für die Gefäße und kann eine Arteriosklerose auslösen, was dann u.U. einen Schlaganfall oder Herzinfarkt nach sich ziehen kann. Aber auch Nervenzellen, Gelenke, Schleimhäute - nahezu alle Zellen können bei chronisch verlaufenden Entzündungsreaktionen betroffen sein und zu weiteren lebensbedrohlichen Zivilisationskrankheiten führen.

Einer dieser entzündungsfördernden Stoffe ist der Tumornekrosefaktor-alpha (TNF-Alpha), der nicht nur eine Insulinresistenz fördert, sondern auch die Entstehung des metabolischen Syndroms begünstigt. Das metabolische Syndrom ist die gefährliche Kombination aus Adipositas, Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörung und Diabetes mellitus.

Neben dem TNF-Alpha werden bei einer Überernährung noch weitere entzündungfördernde Stoffe gebildet wie das C-reaktive Protein (CRP). Letzteres ist ebenfalls eng mit einer drohenden Insulinresistenz verknüpft. Bluthochdruck und erhöhte Blutfettwerte werden ebenfalls mit erhöhten CRP-Spiegel assoziiert. In Untersuchungen wurde festgestellt, dass die CRP-Konzentration im Blut umso mehr ansteigt, je höher der BMI und der Körperfettanteil sind.

Es entstehen Mikronährstoffmängel trotz kalorischer Überernährung.
Ausgerechnet die Mikronährstoffe fehlen,
die die gefährliche Stoffwechselsituation entschärfen könnten


Einerseits entstehen bei Übergewicht zuviel gesundheitsschädliche Stoffwechselprodukte, andererseits zeigt sich bei Übergewichtigen im Vergleich zu Normalgewichtigen ein erheblicher Mangel an Antioxidantien und Mikronährstoffen, was die gesundheitsgefährdende Situation noch weiter verschärft.

Oftmals fehlen ausgerechnet jene Spurenelemente, Mineralstoffe und Vitamine, die eine entzündungshemmende, antioxdative oder immunsystemstärkende Wirkung oder andere gesundheitsschützende Effekte aufweisen, wie z.B. Selen, Zink, Vitamine E und C oder Vitamin D.

Bei vielen Übergewichtigen ist ein erheblicher Vitamin-D-Mangel feststellbar. Eine Minderversorgung mit Vitamin-D gilt inzwischen auch als Risikofakor für das metabolische Syndrom, da Vitamin D die Insulinsekretion der Bauchspeicheldrüse erniedrigt und die Insulinresistenz erhöht. Schwergewichtige sollten auch auf eine ausreichende Verfügbarkeit von Chrom achten. Dieses Spurenelement erhöht die Effizienz des Insulins.

Mit der Versorgung von Vitamin E sieht es bei vielen Übergewichtigen auch nicht besonders rosig aus: In der amerikanischen CDS-Studie wurden bei beleibteren Personen vermehrt niedrige Vitamin-E-Spiegel gemessen, was äußerst negative Folgen für den Zustand der Blutgefäße haben kann. Schließlich wirkt Vitamin E antientzündlich, gefäßschützend und antithrombotisch.

Zahlreiche Aminosäuren können trotz kalorischer Überernährung vermindert sein, wie z.B. Arginin und Citrullin. Diese Aminosäuren sind u.a. für die Weitstellung der Blutgefäße wichtig, da via Arginin Stickoxid gebildet wird und Citrullin die Argininverfügbareit erhöht. Eine Argininsupplementierung kann beim metabolischen Syndrom auch für die Verbesserung der Insulinsensivität sinnvoll sein.

Ein besonderes Augenmerk im Hinblick auf die Gesundheitsprävention und auf Übergewicht verdient die Aminosäure Cystein: Cystein ist Bestandteil des Tripeptides Glutathion. Glutathion trägt wesentlich zu einem guten Zellmillieu bei. Es gibt Hinweise aus Studien, dass niedrige Glutathionkonzentrationen die Entwicklung von Übergewicht fördern.
Außerdem vermag die Gabe von Cystein in Form von N-Acetylcystein entzündungsfördernde Prozesse zu mildern.
 

Mikronährstoffe helfen auch beim Abnehmen,
manche sind hierbei sogar unentbehrlich!


Bestimmte Mikronährstoffe haben nicht nur eine gesundheitspräventive Wirkung, sondern können den Vorgang des Abnehmens, natürlich immer im Zusammenhang mit einer kalorienreduzierten Diät und ausreichender Bewegung, beschleunigen. Wer abnehmen möchte, muss z.B. unbedingt auf eine ausreichende Verfügbarkeit von Carnitin achten. Dieses Transportmolekül transportiert die langkettigen Fettsäuen in die Brennöfen der Zelle, in die so genannten Mitochondrien. Für die Aktivität der Mitochondrien und für die Fettverbrennung wiederum wird Coenzym Q10 verstoffwechselt.

Arginin wird zur Ausschüttung des Wachstumshormons STH benötigt. Dieses Hormon fördert den Fettabbau und ist bei vielen Übergewichtigen vermindert.

Vitamin C ist für die Biosynthese von Neurotransmittern erforderlich, die für die Appetitregulation und das Sättigungsempfinden eine wesentliche Rolle spielen. Ein Mangel an Selen kann Heißhunger auf Süßes auslösen, und wenn der Tryptophanspiegel zu niedrig ist, kann das Sättigungsempfinden erheblich gestört sein.

Die genannten Mikronährstoffe sind nur eine Auswahl, die bei Übergewicht besonders beachtet werden sollte. Es gibt noch eine Reihe von weiteren Aminosäuren, Vitaminen, Spurenelementen und Mineralstoffen, die die Risikofaktoren bei Übergewicht vermindern können und/ oder eine Hilfe für das Abnehmen darstellen.

Diese Mikronährstoffe sowie die Risikofaktoren bei Übergewicht können im Blut bestimmt werden; mit dem Ziel, den Mangelzustand auszugleichen und dadurch das erhebliche Risikopotential bei Übergewicht zu reduzieren.

Bild: Petro Fekata, Fotolia.com
 

DCMS-Stoffwechsel-Profil

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